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Modernes Wissen über Gott, Evolution und den Sinn des menschlichen Lebens.
Eine Methodologie der spirituellen Vervollkommnung.

 
Psychische Selbstregulierung bei der Lehrarbeit an allgemeinbildenden Schulen
 

Spirituelle Arbeit mit Kindern/Psychische Selbstregulierung bei der Lehrarbeit an allgemeinbildenden Schulen


Psychische Selbstregulierung bei der Lehrarbeit an allgemeinbildenden Schulen

T.W.Kortschagina, M.P.Tretjakowa, S.A.Schilowskaja, I.N.Raussowa, M.K.Haschtschanskaja

Der pädagogische Prozess an allgemeinbildenden Schulen sollte nicht nur die Lernenden mit bestimmten Kenntnissen über die umgebende Welt bereichern und das kreative Denken fördern, sondern auch den Grundstein für ästhetisches Empfinden und ein ethisch richtiges Reagieren legen.

Es ist deshalb sehr wichtig, wenn die Schüler im Unterricht neben fachspezifischen Informationen auch Kenntnisse darüber vermittelt erhalten, was Spiritualität, Wahrheit und Liebe ist, d.h. humanistische Kenntnisse.

Wichtige Impulse für die spirituelle Vervollkommnung des Menschen bringt das von Wladimir Antonow und dessen Kollegen ausgearbeitete System psychischer Selbstregulierung.

Die Erfahrung der Arbeit mit Lehrern der Petersburger Schule Nr. 520 hat gezeigt, dass dieses System mit Erfolg in ein umfassendes schulisches Erziehungs- und Lehrprogramm integriert werden kann.

Die Lehrergruppe, die in Kurs 1 des Systems ausgebildet worden war, verwendete beim Unterricht ausgewählte Elemente der psychischen Selbstregulierung. Die Ergebnisse zeigten, dass dies die Möglichkeit bietet, die Lektionen auf höherem Niveau zu gestalten und Wege zur Suche nach neuen, effektiveren Lehrmethoden zu öffnen. Es fördert auch eine kreative Einstellung zum Erziehungs- und Lehrsystem.

Durch die Anwendung ihrer erworbenen Gewohnheiten, können die Pädagogen ohne besondere Anstrengungen die Klasse auf die nötige Emotion und auf die notwendige Arbeit einstimmen. Überdies verändert sich radikal der Umgang mit Kindern, aber auch mit Kollegen und der Verwaltung.

Betrachten wir nun folgende Beispiele:

M.T., Geschichtslehrerin: “Meine Erfahrung beim Unterricht psychischer Selbstregulierung hat mich in der Überzeugung bestärkt, dass ein Unterricht in dieser Richtung nützlich und für Lehrer und Erzieher notwendig ist.

Ein Mensch, der keine Harmonie um sich herum empfindet ... was kann er den Kindern geben außer Gereiztheit, Aufregung, Nervosität! Und umgekehrt: Ein Pädagoge, der sich von der Seite zu sehen versteht, der seine Emotionen steuern kann, der das Timbre seiner Stimme, seine Gesten und seinen Blick kontrolliert, der zieht zu sich an.

Der Unterricht psychischer Selbstregulierung hat gezeigt, dass so gut wie jeder Mensch — wenn er es lernt —, die Situation um sich herum harmonisieren kann. Und das ist überaus notwendig in unserem von Konflikten und Stress erfüllten Schulleben.

Ich habe eine wunderschöne Art der Kommunikation gelernt — Kommunikation vom Anahata-Chakra (dem “Herz-Chakra”) aus. Ich betrete die Klasse und konzentriere mich dabei auf das Anahata, sende Strahlen der Harmonie um mich herum — und die Kinder reagieren “auf wundersame Art”: Gerade erst erregt, werden sie still, ihre Augen sind gut und strahlend. Sie haben Liebe gespürt, der Kontakt ist hergestellt und mit ihm die Möglichkeit, Kenntnisse zu vermitteln, ohne sie aufzudrängen.

Folgendes ist bemerkenswert: Es ist offensichtlich geworden, dass Fachinformation allein nicht genügt. Heute müssen im Unterricht auch philosophische Elemente präsent sein: Gespräche über den Sinn des Lebens, über die Auffassung von Güte und Mitgefühl”.

S.S., Physiklehrerin: “Der Unterricht psychischer Selbstregulierung hat einen großen positiven Einfluss auf meine Beziehungen zu den mir nahe stehenden Menschen ausgeübt, aber auch auf meine Lehrarbeit an der Schule.

Es hat sich gezeigt, dass sogar Begriffe wie Elektrizität und Magnetismus sich leichter erklären lassen, wenn man Gedankenbilder dieser Phänomene erzeugt und sie den Kindern vermittelt.

Ich habe einmal folgendes Experiment gemacht: In einer der 6. Klassen wurde ein gesamtes Thema im Zustand der Meditation behandelt; die Erläuterungen folgten durch die Schaffung und Weitergabe von Gedankenbildern. Dabei konnten sogar leistungsschwache Schüler mit Leichtigkeit Aufgaben mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad korrekt lösen. Als dann nach einer Reihe solcher Lektionen ein Thema in dieser Klasse auf die übliche Art und Weise vorgetragen wurde (ohne gezielte Einstimmung), fiel das Niveau kreativer Aktivität viel dürftiger aus.

Ich glaube, dass die Techniken psychischer Selbstregulierung die Möglichkeit bieten, neue und dabei wirksamere Methoden der Informationsvermittlung und -aneignung bieten”.

I.R., Chemielehrerin: “Früher war ich ein äußerst argwöhnischer Mensch und befand sich oft am Rande eines psychischen Zusammenbruchs. Der Unterricht psychischer Selbstregulierung hatte bei mir eine geradezu wundersame Wirkung. Jetzt stehe ich allen Konfliktsituationen gelassen gegenüber, und auch die Kinder schreie ich nicht mehr an. Wenn ich irgendetwas erläutern will, wirke ich zunächst vom Anahata-Chakra aus auf die Kinder ein. Die Resultate sind verblüffend: Ich erreiche alles, was ich mir wünsche, schnell und ohne “Nervenverluste”.

Im Unterricht praktiziere ich insbesondere psychophysische Übungsbilder, am häufigsten die “Versöhnung”. Die Kinder beruhigen sich dann sofort und arbeiten so leise, dass man im Flüsterton sprechen kann.

Ich habe alle Lernenden ungemein lieb gewonnen. Es gibt jetzt keinen Schüler, den ich nicht lieben würde, und die Kinder haben es gespürt. Sie sind mir gegenüber freundlich und gutherzig geworden, ihre Augen strahlen immer Licht und Güte aus.

Geändert haben sich die Beziehungen zu den Arbeitskollegen: Früher herrschten persönliche Sympathien und Antipathien vor, jetzt aber bin ich dank der erworbenen Gewohnheiten duldsam und gut zu allen um mich herum geworden.

Meine Arbeit und meinen Beruf liebe ich jetzt noch mehr, die Arbeit ist für mich ein Fest”.

M.H., Kunstlehrerin: “Unter Einfluss des Unterrichts psychischer Selbstregulierung hat sich meine Beziehung zur Erde und zur Natur sehr geändert. Der Planet erscheint mir jetzt als ein Lebewesen, dem man Schmerz und Leid zufügen kann, aber man sollte ihm seine ganze Liebe schenken, mit ihm verschmelzen und im Gegenzug seine Kraft erhalten, um den darauf verkörperten Wesen zu helfen.

Verstärkt hat sich mein pantheistisches Verhältnis zur Welt. Ich fühle tief alle Erscheinungsformen des Lebens. In diesem Zustand kann man nicht Schaden zufügen, vielmehr opfert man sich selbst um derjenigen willen, die es nötig haben.

... Nachdem man beginnt, sich mit psychischer Selbstregulierung zu beschäftigen, wird es unmöglich, die Lektionen nach alter Manier zu führen. Sich selbst betrachtet man gleichsam von der Seite, und deshalb kommen mögliche Zornausbrüche einem jetzt lächerlich vor; man kann sich von ihnen leicht und schnell distanzieren.

Die Idee setzt sich durch, dass beim Unterrichten und Erziehen der Kinder das Wichtigste darin besteht, ihnen einen harmonischen Umgang mit der umgebenden Welt beizubringen.

Das System psychischer Selbstregulierung von Wladimir Antonow ist sehr gut kombinierbar mit dem von B.Nemenski ausgearbeiteten Programm des Kunstunterrichts, nach dem ich lehre [3].

Dem Programm Nemenskis zufolge soll der bildnerischen Arbeit im Unterricht unbedingt eine emotionale Einstimmung der Kinder vorausgehen. Dies geschieht durch Vorführungen von Dias und Reproduktionen, Musikhören und das Lesen von Fragmenten literarischer Werke.

Durch Techniken der psychischen Selbstregulierung kann man aber diese Einstimmung verstärken und die bei Kindern entstehenden Gefühlszustände verfeinern.

Ein Beispiel: Eine 1. Klasse malte ein Meer, wobei die Unterrichtsaufgabe darin bestand, den Charakter dieser Naturkraft wiederzugeben: Das Meer sollte gut oder schlecht sein. Vor dem Malen wurden die Kinder gebeten, die Augen zu schließen und sich vorzustellen, sie würden über dem Meer fliegen. Zunächst flogen sie über ein ruhiges, in Schlaf gehülltes Meer. In den Händen hielten die Kinder ihre Pinsel und bewegten diese im Takt der Bewegung fließender Wellen. Es ähnelte einem “spontanen” Tanz. Dann zogen Wolken herauf, die Wellen wurden allmählich größer und bedrohlicher, die Hände mit den Pinseln bewegten sich immer breiter, manche Kinder begannen sogar Stimmlaute von sich zu geben, die dem Windheulen ähnlich waren. Sie erzählten später, sie hätten, als sie in ihrer Vorstellung über schäumenden Wellen eilten, den Geschmack salziger Wasserspritzer gespürt. Nach dem “Hineinversetzen” in den Zustand des Meeres blieb es, 20 Minuten lang zu malen, aber innerhalb dieser Zeit gaben die Kinder auf großen Papierblättern schnell in Guasch den ihnen am nächsten stehenden Zustand der Naturkraft wieder. Alle Arbeiten waren sehr emotionsgeladen und unterschieden sich dadurch vorteilhaft von den Arbeiten einer Klasse, in der ein ähnliches Thema nur mit einer Einstimmung über Dias und Musik vorgegeben wurden, ohne bildliche Vorstellungen.

In einer Unterrichtsstunde über das Stillleben wurde ein Dia gezeigt mit I.Maschkows “Ananasse und Bananen”. Für gewöhnlich läuft den Kindern beim Anblick der Arbeit lediglich “das Wasser im Mund zusammen”. Dieses Mal aber versuchten Kinder nach einer gewissen Einstimmung, in die exotischen Früchte “einzudringen”, und nahmen diese nicht bloß als Nahrung wahr, sondern als eine Substanz, die Leben und Stimmung hat. Alle wollten sich äußern, und die Äußerungen waren höchst überraschend. So stellte sich heraus, dass es in den Bananen warm, sumpfig und schläfrig zugeht; im Milchkrug desselben Stilllebens war es warm und feucht, und man konnte sich über seinen ganzen Rauminhalt ausbreiten. Und in den Guaschen des Van-Gogh-Bildes “Birnen” war es klebrig, und jemand fühlte sich als ein vollgefressenes Würmchen.

Eine systematische Anwendung von Techniken, die das Verhältnis zu Gegenständen der materiellen Welt verändern, erlauben Kindern, immer in erster Linie die “Seele der Dinge” wahrzunehmen, und das macht ihre Einstellung zu allem in der Welt behutsam und bewirkt, dass sie alles und alle um sich herum ohne ein Gefühl der Überlegenheit, als sich ebenbürtig, empfinden.

Ein weiterer Aspekt hängt mit der Ökologie zusammen — einer wunden Frage der Gegenwart. Bei gutem, warmen Wetter im Frühling und im Herbst ist es mitunter sehr nützlich, einen Unterricht in der Natur inmitten von Frühlingsgrün bzw. herabfallendem Herbstlaub zu arrangieren. Sehr gut ist es, wenn es die Möglichkeit gibt, die Erde zu berühren, ihre Wärme und Kraft zu empfinden. Man kann auch zeigen, dass der Umgang mit Pflanzen am besten “wie gleich zu gleich” geht und dass Pflanzen im Stande sind, unsere Emotionen wahrzunehmen und zu reagieren. Bei vielen Kindern gelingt diese Kommunikation auf Anhieb. Da hört man dann gleich damit auf, einem dir “gleichen” Wesen unnötig Schaden zuzufügen.

Würde man systematisch eine humanistische und sogar pantheistische Einstellung zur Welt prägen, würden Übel und Gewalt immer mehr nachlassen.

Notwendig ist eine umfassende Einstellung zur Erziehung, vom Kindergarten an und weiter an Grund- und Oberschulen. Dabei müssen Erzieher und Pädagogen gut vorbereitet und kompetent sein und allen voran nach Spiritualität streben. Das behandelte System psychischer Selbstregulierung ist ein Weg, dieses Problem zu lösen”.

Man kann auch eine Frage berühren, der beim Angehen verschiedener Erziehungsprobleme nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird: die Gesundheit unserer Kinder.

Die Meinungen bester Lehrer zur Notwendigkeit einer Reform der Einstellung zu Erziehung und Unterricht finden ihre Bestätigung auch in medizinischen Untersuchungsdaten. So teil der Arzt A.A.Dubrowski in seinem Buch mit, dass ein großer Prozentanteil der Kinder psychische Abweichungen, chronische Erkrankungen und Schäden am Nervensystem aufweist [2].

Und die Zeitung “Utschiteljskaja Gaseta” (2. April 1988) schreibt: “Nur wenigen Kindern ist eine freudige Weltwahrnehmung eigen. Eine große Gruppe der Kinder steht der Welt aggressiv gegenüber. Bei einer anderen ist Aggression mit Angst vermischt...”.

Mehr als akut ist die Zweckmäßigkeit dringender psychologisch-pädagogischer Maßnahmen geworden, um so bald wie möglich eine weit verbreitete Erkrankung der Lernenden — die vom Lehrer verschuldete didaktogene (schulische) Neurose [1] — abzubauen bis auszutilgen.

Aus dem oben Gesagten folgt, dass die Einführung von Methoden psychischer Selbstregulierung in die Ausbildung und Erziehung der Kinder zunehmend unerlässlich wird. In erster Linie aber muss die Frage um die Ausbildung der Lehrkräfte selbst gelöst werden, denn ein Lehrer kann Kindern nun das beibringen, was er selbst beherrscht.

Literatur

  1. Bujanow M.I. — Gespräche über die Kinderpsychiatrie. (In Russisch). M., Prosweschtschenje Verlag, 1986.
  2. Dubrowski A.A. — Offener Brief eines Arztes an einen Lehrer. (In Russisch). M., 1988.
  3. Nemenski B. — Die Weisheit der Schönheit. (In Russisch). M., 1987.
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